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Für den Glauben einstehen

Prof. Wilfried Härle sprach auf dem Lutherischen Klassentag in Lemgo

Kreis Lippe/Lemgo. Wilfried Härle, Professor für Dogmatik, war Gast auf dem Lutherischen Klassentag. Im Gemeindehaus St. Marien sprach er zum Thema „Kirche aus lutherischer Sicht“.

Auf dem Klassentag ging es um nachbarschaftliche Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und um die „Frage, was in Gemeinden unbedingt nötig und was verzichtbar ist“, wie Superintendent Andreas Lange es formulierte. Das Referat Professor Härles sollte an diesen Punkten für eine theologische Grundlegung sorgen.

Wilfried Härle stellte zunächst fest, dass der Begriff „Kirche“ durchaus unterschiedlich gebraucht wird, die Definition nicht eindeutig ist. „Kirche ist zuerst Gemeinschaft. Im Zentrum steht die Begegnung mit Gott“, so Härle. Sie entstehe durch die „Anteilhabe an dem Heiligen“, das uns durch Sakrament und Wort gegeben werde.

Auf das „Bodenpersonal“ der institutionellen (sichtbaren) Kirche könne man dabei nicht verzichten. Kirche müsse mit den Texten, ihrer Auslegung und mit der Darreichung der Sakramente sichtbare kraftvolle Zeichen setzen. Feste Orte und Zeiten seien dafür unverzichtbar. Diese sichtbare Kirche sei notwendige Voraussetzung dafür, dass die verborgene Kirche existiere und sich weiterentwickeln könne. Dafür brauche es das „leibhafte Begegnungsgeschehen“, denn „das was uns rettet, muss uns zugesprochen werden“, so Härle.

Die Gemeinde müsse den Einzelnen dazu befähigen und ermutigen, in Familie und Bekanntenkreis für den eigenen Glauben einzustehen. In diesem Sinne sei der Auftrag der Kirche immer auch Mission. „Wenn wir diesen Mut nicht bekommen, dann fürchte ich um die Zukunft der Kirche“, meinte der Referent.

Er verwies darauf, dass auch im Bereich der evangelischen Kirche einige Gemeinden trotz der negativen demographischen Entwicklung wachsen würden. Das liege immer an den Gottesdiensten, die das „Herzstück“ seien.  Die Predigten und ihre Vorbereitung seien dafür wichtig und dürften nicht vernachlässigt werden.

Er riet zur regionalen Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden. Dazu brauche es ein gemeinsames theologisches Fundament.


Pressemeldung der LL, 24. April 2013
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