Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Der Heidelberger Katechismus und das christlich-jüdische Verhältnis

von Andreas Pangritz, Bonn

Die Flucht mit der Tora, eine Statue von Willy Gordon (1918–2003) vor der Großen Synagoge Stockholms liegt der Grafik zugrunde.

Eine explizite Israellehre ist im Heidelberger Katechismus (HK) nicht zu finden, wohl aber eine implizite in der Verhältnisbestimmung von Altem und Neuem Testament, von Gesetz und Evangelium, von Glaube und Werken, von Rechtfertigung und Heiligung.

Andreas Pangritz (2015):
Der Heidelberger Katechismus und das christlich-jüdische Verhältnis

In seiner vermittelnden Position zwischen Luthers scharfer antijudaistischen Dialektik von Gesetz und Evangelium und Calvins Auffassung vom Verhältnis Gesetz - Evangelium, meide der HK zwar Luthers scharfe antijudaistische Dialektik, "bleibt aber hinter den Möglichkeiten zurück, die in Calvins Betonung des Verheißungscharakters des Gesetzes angelegt waren",
so Andreas Pangritz, Professor für Systematische Theologie und Direktor des Ökumenischen Instituts an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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