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Barth Handbuch

Hrsg. v. Michael Beintker

Barth Handbuch - Hrsg. v. Michael Beintker - 2016. XVIII, 538 Seiten. Mohr Siebeck 2016 - Foto: Detail des Covers.

Ein Buchtipp

„Wir brauchen doch die Bibel und die Zeitung.“

Karl Barth „erfreut sich der zweifelhaften Ehre, in aller Munde zu sein, aber wenig gelesen zu werden“, so der amerikanische Barth-Forscher George Hunsinger. Damit teilt Karl Barth, der „Kirchenvater des 20. Jahrhunderts“, das Schicksal der antiken Kirchenväter und auch das vieler Reformatoren. Wobei heutzutage das „in aller Munde“ sich auch nur auf den kleinen Kreis der Theologinnen und Theologen beziehen kann. Das war einmal anders, etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, als bei dem politischen „Wiederaufbau“ Deutschlands der Rat Karl Barths auch unter Politikern in Deutschland gefragt war und der Schweizer Professor sich in Vorträgen und Broschüren direkt an die Deutschen wandte, ein klares Bekenntnis ihrer Schuld und eine Abkehr vom deutschnationalen Denken und Handeln forderte.

Das Barth Handbuch ist für den kleinen „Kreis der Theologinnen und Theologen“ geschrieben, überwiegend von Professor*innen, denen Barth selbst noch Lehrer oder der „Lehrer aller Lehrer“ (Martin Walser) war. Dabei umfasst der Band aus der Reihe der Theologen-Handbücher alles, was ein solches Hilfsmittel enthalten sollte, um in Biografie, Werk und Wirkungsgeschichte des großen Theologen einzuführen. Auch Leser*innen mit wenig Zeit finden schnell was sie brauchen dank umfangreicher Personen- und Sachregister.
Trotz der Fülle von 40 Autor*innen aus sechs Ländern mögen Kenner*innen den einen oder die andere vermissen. Klar: Barth-Forschung insgesamt ist noch viel internationaler als nordamerikanisch und europäisch, sprich auch japanisch und koreanisch, und ebenso feministischer, wie etwa die Arbeiten von Magdalene L. Frettlöh zeigen. Aber: Einem Buch sind menschliche Grenzen gesetzt und ein Handbuch soll kein zweiter Mobby Dick werden.
Für Studium und Forschung im Pfarramt und an der Universität liegt jetzt (endlich!) ein ausgezeichnetes Hilfsmittel und Nachschlagewerk vor – eine Quelle der Inspiration für das Weiterlesen in den Originalen.

Nüchtern-sachlich ist die Schreibe des Handbuchs, da mag man den barthschen Humor beim Lesen vermissen, aber dafür wird das passende Humor-Zitat geliefert: Heiterer Humor sei „das Gegenteil von Selbstbestaunung“, so Barth in KD III/4,765.
Im Reformationsjubiläum sei der Hinweis hervorgehoben, dass Barth „in seinem Wirken der reformatorischen Theologie in weitaus stärkerem Maße verbunden (war) als die meisten anderen Dogmatiker und Ethiker des 20. Jahrhunderts“, so Georg Plasger.
Und für Pfarrer*innen, die ihren kirchlichen Dienst in der (auch religiös) pluralen Gesellschaft des 21. Jahrhunderts tun, könnte Barth mit dem „Reichtum seiner Fragestellungen“ und seiner „Bereitschaft zur Selbstkorrektur“ (Michael Beintker) ein Vorbild sein.

Mehr auf der Seite des Verlags Mohr Siebeck:
https://www.mohr.de/buch/barth-handbuch

Inhaltsübersicht

A. Orientierung
I. Peter Zocher: Ausgaben
II. Peter Zocher: Hilfsmittel
III. Michael Beintker: Barth-Forschung heute

B. Person
I. Voraussetzungen
Eberhard Busch: Elternhaus und Familie – Eberhard Busch: Lehrjahre – Eberhard Busch: Pfarrer – Hartmut Genest: Exeget und Prediger – Rudolf Smend: Akademischer Lehrer – Georg Plasger: Luther und Calvin – Friedrich Lohmann: Kant, Kierkegaard und der Neukantianismus – Hinrich Stoevesandt: Eduard Thurneysen – Hinrich Stoevesandt: Charlotte von Kirschbaum

II. Beziehungen
Georg Pfleiderer: Barth und die liberale Theologie – Bruce L. McCormack: Barth und Schleiermacher – Christian Link: Barth und der religiöse Sozialismus – Gerhard Sauter: Barth und Blumhardt – Eberhard Busch: Barth und der Pietismus – Wilhelm Hüffmeier: Barth und Gogarten – Frank Jehle: Barth und Brunner – Konrad Hammann: Barth und Bultmann – Arie Molendijk: Barth und Scholz – Michael Moxter: Barth und Tillich – Christiane Tietz: Barth und Bonhoeffer – Detlev Schneider: Barth und Maury – Martin Hailer: Barth und Miskotte – Ernstpeter Maurer: Barth und das Luthertum – Matthias Freudenberg: Barth und die Reformierten – Amy Marga: Barth und der Katholizismus – Thomas Herwig: Barth und die Ökumene – Eberhard Busch: Barth und die Juden – Martin Greschat: Barth und die Politik

III. Prägungen
Michael Trowitzsch: Hermeneutik – Ernstpeter Maurer: Sprache bei Barth – Eberhard Busch: Musik – Michael Beintker: Politik

C. Werk
I. Stadien

Georg Pfleiderer: Liberale Phase – Cornelis van der Kooi: Erster Römerbrief – Cornelis van der Kooi: Zweiter Römerbrief – Michael Beintker: Dialektische Theologie – Michael Beintker: Der Dialektiker als Dogmatiker – Michael Beintker: Fides quaerens intellectum – Michael Hüttenhoff: Theologische Existenz heute – Wolf Krötke: Erwählungslehre – Bruce L. McCormack: Christonomie – Michael Beintker: Resümee: Periodisierung des Barthschen Denkens

II. Gattungen
Hartmut Genest: Predigten – Michael Trowitzsch: Exegetische Arbeiten – Bruce L. McCormack: Dogmatische Werke – Torsten Meireis: Arbeiten zur Ethik – Dietrich Korsch: Theologiegeschichte – Gerhard Sauter: Vorlesungen – Gerhard Sauter: Vorträge – Matthias Freudenberg: Gespräche – Peter Zocher: Briefe

III. Themen
Dietrich Korsch: Aufgabe der Theologie – Cornelis van der Kooi: Religion und Glaube – Michael Weinrich: Trinität – Martin Hailer: Offenbarung – Wolf Krötke: Gottes Souveränität und Menschlichkeit – Georg Plasger: Jesus Christus – Michael Weinrich: Bund – J. Christine Janowski: Gnadenwahl – Christian Link: Schöpfung und Vorsehung – Christian Link: Anthropologie – Wolf Krötke: Sünde und Nichtiges – Michael Weinrich: Architektur der Versöhnungslehre – Michael Beintker: Rechtfertigung und Heiligung – André Demut: Evangelium und Gesetz – Hans-Peter Großhans: Kirche – Michael Weinrich: Sakramente – Eberhard Busch: Taufe – Martin Hailer: Hoffnung für die Welt – Martin Hailer: Christliches Leben – Hans-Richard Reuter: Ethik des Politischen

IV. Profile
Michael Trowitzsch: Theologie als fröhliche Wissenschaft – Bent Flemming Nielsen: Theologie als kritische Wissenschaft – Christian Link: Theologie als originelle Wissenschaft

D. Wirkung und Rezeption

I. Dietrich Korsch: In den 1920er Jahren
II. Martin Greschat: In der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus
III. Peter Zocher: In der Kriegs- und Nachkriegszeit
IV. Ulrich H. J. Körtner: In der Blütezeit der Theologie Bultmanns
V. Stefan Holtmann: In den Paradigmenwechseln der 1970er Jahre
VI. Cornelis van der Kooi: Am Ende des 20. Jahrhunderts
VII. Michael Beintker: Am Beginn des 21. Jahrhunderts

Alexander Dölecke: Biographische Zeittafel

Barth Handbuch

Hrsg. v. Michael Beintker

2016. XVIII, 538 Seiten.
Handbücher Theologie

49,00 €
fadengeheftete Broschur
ISBN 978-3-16-150076-3
Mohr Siebeck


bs, 30. März 2017
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