Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Eine besondere theologische und politische Verantwortung

Gründung Israels am 14. Mai vor 60 Jahren

Angesichts der Gründung des Staates Israel vor 60 Jahren weist die Evangelisch-reformierte Kirche auf die besondere Beziehung von Christentum und Judentum hin. „Die Staatsgründung am 14. Mai 1948, die sich jetzt zum 60. Mal jährt, ist eine gute Gelegenheit, uns dieser Beziehung zu vergewissern“, so Kirchenpräsident Jann Schmidt. Es gebe aus christlicher Sicht eine besondere politische und theologische Verantwortung den Juden gegenüber.

Die Evangelisch-reformierte Kirche weise daher in ihren Verfassungsgrundsätzen auf dieses besondere Verhältnis hin, so Schmidt (Foto). „Gott hat Israel zu seinem Volk erwählt und nie verworfen. Er hat in Jesus Christus die Kirche in seinen Bund hineingenommen. Deshalb gehört es zum Wesen und zum Auftrag der Kirche, Begegnung und Versöhnung mit dem Volk Israel zu suchen“, heißt es im Paragrafen 1 der Kirchenverfassung. Im Jahr 1988 ist dieser Absatz in die Verfassung mit aufgenommen worden. Zu diesem Auftrag der Kirche gehöre eine Ablehnung der Judenmission aus theologischen und historischen Gründen genauso wie ein Ernstnehmen der Schuldgeschichte der Christenheit und auch der eigenen Kirche, sagt Uwe Wiarda, Beauftragter der Kirche für die Begegnung von Christen und Juden und Pastor in der Kirchengemeinde Leer. Der Dialog zwischen Christen und Juden bleibe eine ständige Herausforderung. „Alle rechtsgerichteten Aktionen in Deutschland führen uns das besonders vor Augen“, so Wiarda.

Die Evangelisch-reformierte Kirche zeigt zur Erinnerung an die Staatsgründung Israels in den nächsten Monaten eine Ausstellung. Die Ausstellung „Die Menora – Ein Gang durch die Geschichte Israels“ wird im Mai zunächst in der reformierten Gemeinde Nürnberg, im Juni im Rathaus in Leer und von Ende Juni bis Mitte Juli in Nordhorn zu sehen sein. Sie laufe bereits seit längerer Zeit mit großem Zuspruch und Echo durch Kirchen und Gemeinden in Deutschland, so Uwe Wiarda.

In einem Schreiben an alle Kirchengemeinden der Evangelisch-reformierten Kirche erinnert Kirchenpräsident Schmidt an die besondere Bedeutung des christlich-jüdischen Gesprächs und bittet die Pastorinnen und Pastoren, die Menschen in Israel/Palästina in ihre Fürbitte mit einzuschließen.

 


Ulf Preuß, Pressesprecher, Leer
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13. Mai bis 6. Juli 2008 Ausstellungen in Nürnberg, Leer, Nordhorn

Die Ausstellung zeigt 29 Motive aus der Geschichte Israels, wie sie auf der mehrere Meter hohen Menora des Bildhauers Benno Elkan vor der Knesset in Jerusalem abgebildet sind. Die Motive werden durch kurze Texte erläutert. Die Ausstellung ist ausleihbar. Eine Medienmappe für Schule und Gemeinde begleitet und vertieft das Lernen mit den Bildern der Ausstellung.
Kirche und Israel seit der Gründung des Staates 1948

Die Gründung des politischen Staates wurde von Beginn an und wird bis heute aus christlicher Sicht auf Grund der biblischen Landverheißung auch theologisch beurteilt. Zum Bund Gottes mit Abraham gehört die Zusage des Landes "von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat" (1. Mose 15, 18).
 

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