Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Lutherische und reformierte Bekenntnisse in einem Buch

Evangelische Bekenntnisse neu erschienen

UEK. In einer neuen und verbesserten Ausgabe liegen zu Beginn der Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (UEK) in Wuppertal-Barmen die zwei Bände mit den Bekenntnissen vor, die in den UEK-Kirchen gelten.

Erschienen im Luther-Verlag Bielefeld sind die "Evangelische Bekenntnisse. Bekenntnisschriften der Reformation und neuere theologische Erklärungen", herausgegeben im Auftrag der Union Evangelischer Kirchen in der EKD.

Die beiden Bände umfassen jeweils 356 Seiten, zahlreiche Faksimiles. Der Vorsitzende der Vollkonferenz der UEK, Landesbischof Ulrich Fischer, stellt dazu fest: Die neue Ausgabe "macht – in gut lesbarer Form und zugleich auf dem neusten Stand der Wissenschaft – die Bekenntnistexte zugänglich, die in den Kirchen der UEK in Geltung stehen: die lutherischen und reformierten Bekenntnisschriften des 16. Jahrhunderts und daneben die Barmer Theologische Erklärung und die Leuenberger Konkordie, alle zusammen in einer Ausgabe." Diese Neuausgabe ist von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gefördert worden. Sie ist, so Ulrich Fischer, "ein schönes, inhaltsreiches Zeichen für die theologisch-kirchlichen Anliegen der UEK." Er empfiehlt die  "Evangelischen Bekenntnisse" den Gliedkirchen der UEK zur Beachtung und Verbreitung.

Evangelische Bekenntnisse lutherischer und reformierter Kirchen werden in dieser Ausgabe erstmalig gemeinsam veröffentlicht. Alle Texte sind in deutscher Übersetzung wiedergegeben und durch kurze Einleitungen, detaillierte Gliederungen, erklärende Hinweise und meh-rere Register erschlossen. Die beiden Bände sollen allen, denen es um eine gründliche Kenntnis vom Glauben im evangelischen Sinne geht, jene maßgeblichen Schriften in einer heute verständlichen Sprache zugänglich machen. Sie bieten eine unverzichtbare Orientie-rung für das Leben der Christen und den Weg evangelischer Kirchen heute. Für die Neuauf-lage wurde die gesamte Ausgabe überprüft, wo nötig korrigiert und durch Literaturhinweise ergänzt.

Der erste Teilband enthält zunächst die altkirchlichen Bekenntnisse, den ökumenischen Konsens im trinitarischen Glauben; das "Augsburger Bekenntnis" von 1530, das erstmals als Übersetzung der lateinischen Fassung in einer Gesamtausgabe erscheint; dazu eine synoptische Gegenüberstellung zur "Confessio Augustana variata" von 1540, der Überarbeitung, die Melanchthon im Hinblick auf ein gemeinsames Bekennen der Evangelischen vorge-nommen hatte.

Darüber hinaus bringt dieser Band erstmals eine deutsche Übersetzung der ursprünglich autorisierten Fassung der "Apologie des Augsburger Bekenntnisses", die lange Zeit in Ver-gessenheit geraten war. Die "Schmalkaldischen Artikel" und die "Abhandlung über die Amtsgewalt des Papstes und der Bischöfe" vervollständigen den Band, der vor allem das erste Jahrzehnt reformatorischer Bekenntnisbildung dokumentiert.

Der zweite Teilband enthält neben wichtigsten Katechismen der Reformationszeit maßgebliche Dokumente der reformierten Bekenntnisbildung sowie die beiden wegweisenden Texte für aktuelles evangelisches Bekennen: die Barmer Theologische Erklärung von 1934 und die Leuenberger Konkordie von 1973.

Hinweise:
Evangelische Bekenntnisse
Bekenntnisschriften der Reformation und neuere theologische Erklärungen, hrsg. im Auftrag der Union Evangelischer Kirchen in der EKD
2. Auflage 2008
Band 1 und 2
Jeweils 356 Seiten, zahlreiche Faksimiles, Hardcover mit Lesebändchen, Format 17 x 24,3 cm
Band 1
ISBN 978-3-7858-0386-8
Inhalt kurz:  Altkirchliche Glaubensbekenntnisse, Das Augsburger Bekenntnis, Die Apologie, Die Schmalkaldischen Artikel, Abhandlung über die Amtsgewalt des Papstes und der Bischöfe,
Band 2
ISBN 978-3-7858-0397-4
Inhalt kurz: Der Kleine und Große Katechismus, Der Heidelberger Katechismus, Bekenntnis des Glaubens (Confession de foi), Kirchliche Ordnung (Discipline ecclésiastique), Konkor-dienformel, Die Barmer Theologische Erklärung, Leuenberger Konkordie
€ 29,90 pro Band

Foto: Christin Erwig, „stones“; www.piqs.de


Christof Vetter, Pressestelle der UEK, Hannover, 14. Mai 2008
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