Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Zukunft einkaufen: Kirchen machen Politik mit dem Einkaufskorb

''Heute für die Zukunft einkaufen - Ökofair geht jeden an'' - Evangelisch-katholische Kampagne

Titelseite der Broschüre "Heute für die Zukunft einkaufen". Foto: Zukunft einkaufen

Die großen Kirchen in Deutschland wollen ihr Einkaufsverhalten künftig noch stärker an Umweltschutz und fairem Handel orientieren und damit auch jeden Einzelnen zu verantwortungsbewusstem Einkauf motivieren. Deshalb startet am 3. Mai 2010 die bundesweite Kampagne ''Heute für die Zukunft einkaufen - Ökofair geht jeden an''.

Die Schirmherrschaft haben Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt, die auch Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland ist, und Alois Glück, der Vorsitzende des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Träger ist die Initiative „Zukunft einkaufen - Glaubwürdig wirtschaften in Kirchen“.

Der eigenen Marktmacht bewusst werden

„Als Kirche müssen wir uns mit all den kirchlichen Einrichtungen unserer Marktmacht bewusst werden. Allein die Küchen in Tagungsstätten, Heimen und Krankenhäusern der evangelischen Kirchen haben ein jährliches Einkaufsvolumen von fast einer halben Milliarde Euro“, so Göring-Eckardt. Diese Marktmacht könne auch jede Bürgerin und jeder Bürger nutzen und täglich durch die eigene „Politik mit dem Einkaufskorb“ mitentscheiden, was und wie produziert wird.

Alois Glück sieht in der Konsumentenverantwortung eine wichtige Kraft der Zivilgesellschaft, denn: „Wer ökologische, fair gehandelte oder regionale Produkte bevorzugt und dem Konsumrausch entsagt, der wandelt sich vom Ver-braucher zum Fair-braucher“.

Das Projekt „Zukunft einkaufen“ wurde maßgeblich vom Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen in Schwerte-Villigst entwickelt und vorangetrieben. Rund 100 Gemeinden und Einrichtungen beteiligen sich daran bereits als Pioniere und beschaffen gezielt fair gehandelte und ökologisch produzierte Waren und Dienstleistungen. Doch das ist erst ein Anfang.

Auch Privatpersonen sollen Konsumverhalten ändern

Die bundesweite Kampagne „Heute für die Zukunft einkaufen - Ökofair geht jeden an“ will die Beschaffer aller deutschen evangelischen und katholischen Kirchen, ihrer Gemeinden und die der kirchlichen Einrichtungen erreichen. Zum anderen zielt sie über die Kirchen auch darauf, Privatpersonen in ihrem Konsumverhalten anzusprechen.

Eine informative Broschüre, begleitet von einer Plakatreihe, die Lust auf „öko und fair“ macht,  präsentiert Hintergründe und Handlungsmöglichkeiten für einen nachhaltigen, verantwortungsbewussten Einkauf. Auf dem ökumenischen Kirchentag in München (12.-16. Mai) ist die Kampagne im „Zentrum Umwelt und Ressourcen“ zu sehen.

Kostenloses Material

Die Materialien sind kostenlos zu beziehen unter www.zukunft-einkaufen.de. Die Internetseiten bieten zudem Informationen zum Thema ökofairer Konsum und nachhaltige Beschaffung.

Kontakt:
Pfarrer Klaus Breyer
Leiter des Instituts für Kirche und Gesellschaft
der Evangelischen Kirche von Westfalen
Telefon: 02304 755-329
E-Mail: k.breyer@kircheundgesellschaft.de

Die Broschüre zur Kampagne (pdf)


Pressemitteilung der EKvW, 3. Mai 2010
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