Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Diskussion um reformiertes Bekenntnis in der Schweiz

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) eröffnet die Vernehmlassung zum „Werkbuch Bekenntnis“.

Die reformierte Kirche St. Johann in Davos Platz. Die Drehung des Kirchturms ist nicht beabsichtigt, sondern durch die Witterungseinflüsse entstanden. Mehr als eine Drehung um 45 Grad haben auch die Reformierten in der Schweiz bezüglich ihres Verhältnisses zu Bekenntnissen nicht vor.

Erstmals diskutiert damit die gesamte reformierte Schweiz über landesweit gemeinsame Referenztexte, so SEK-Präsident Thomas Wipf.

„Die gesamte reformierte Schweiz spricht erstmals über landesweit gemeinsame Bekenntnistexte. Dies ist ein Meilenstein für die Schweizer reformierten Kirchen“, kommentiert SEK-Ratspräsident Thomas Wipf die Eröffnung zur Vernehmlassung zum „Werkbuch Bekenntnis“.

Das Werkbuch Bekenntnis ist eine Sammlung von christlichen Bekenntnistexten. Es wurde von einer Initiativgruppe aus Kirche und Universität zusammengestellt und Ende 2009 an alle Kirchgemeinden der deutschen und französischen Schweiz geschickt. Das Werkbuch soll eine Diskussion um Bekennen und Bekenntnisse in den reformierten Kirchen der Schweiz anstossen. „Mit der Diskussion möchten wir die Auseinandersetzung, eben das ‚Werken‘, mit dem persönlichen und dem gemeinsamen Glauben neu anstossen,“ so Wipf: „Dass dieses Glaubensgespräch an der Basis in den Kirchgemeinden geführt wird, ist typisch reformiert.“

Die in diesen Tagen eröffnete Vernehmlassung soll die Frage beantworten, inwiefern das Werkbuch Bekenntnis als Grundlage für eine künftige Sammlung an Bekenntnissen der reformierten Kirchen der Schweiz dienen kann. Viele reformierte Kirchen in der Schweiz gelten seit dem 19. Jahrhundert als bekenntnisfrei. Es ist ihnen freigestellt, ob bei der Taufe oder der Ordination ein Bekenntnis gesprochen wird, und welches dies ist.

Zum Vernehmlassungsverfahren eingeladen sind Pfarrpersonen, Kirchgemeindebehörden, Kirchgemeinde- und Erwachsenenbildungsgruppen, Pfarrkapitel sowie kantonale Kirchenexekutiven. Die Vernehmlassung wird ab Juli 2011 durch das Institut für Theologie und Ethik des SEK theologisch ausgewertet, statistisch durch ein externes Unternehmen. Im Sommer 2012 soll der Abgeordnetenversammlung des SEK ein Bericht mit Optionen zur Weiterarbeit vorgelegt werden.

Hinweis: Alle Informationen und Dokumente auf www.ref-credo.ch.


27.07.2010
Medienmitteilung des SEK
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
online auf www.ref-credo.ch

Eine übersichtliche Sammlung von online veröffentlichten Bekenntnissen bietet die Internetseite ref-credo.ch. Dort u.a. ''A Brief Statement of Faith'' (Pittsburgh 1991) auf Englisch und in deutscher Übersetzung und die ''Déclaration de Foi'' (Genf 1992) auf Französisch und Deutsch.
 

Nach oben    E-Mail