Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Werbematerial für Glaubenskurse vorgestellt

''Erwachsen glauben'' geht in die nächste Phase

EKD. Glaubenskurse sollten zu einem Regelangebot in den evangelischen Landeskirchen und ihren Gemeinden werden, „so selbstverständlich wie der Konfirmandenunterricht“. Das sagte die Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Katrin Göring-Eckardt, am Freitag, 1. Juli, bei einer Pressekonferenz in Berlin, bei der die Werbematerialien für das Projekt „Erwachsen glauben“ vorgestellt wurden.

 Sie hoffe, dass Glaubenskurse zu einem „öffentlich erkennbaren Markenzeichen der evangelischen Kirche“ werden, so Göring-Eckardt. Ein Kinospot, Plakate, Postkarten und andere Materialien können ab sofort von Gemeinden bestellt werden, die Glaubenskurse anbieten wollen.

Viele Menschen haben sich im Laufe der Jahre vom Glauben und von der Kirche entfernt, sind aber wieder neugierig und spüren Glaubenssehnsucht in sich. Andere wenden sich mittlerweile nicht mehr nur in kritischer Distanz, sondern mit ganz unbefangener Neugier der Kirche zu. Glaubenskurse könnten diesen Menschen „temporäre Erlebnisräume des Glaubens“ bieten, so Katrin Göring-Eckardt.

Im Osten Deutschlands gehörten Glaubenskurse vielerorts bereits zum kirchlichen Alltag, sagte der sächsische Landesbischof und stellvertretende Ratsvorsitzende der EKD, Jochen Bohl. „Die Pfarrerinnen und Pfarrer reagieren damit auf einen Bedarf: Menschen stellen Fragen, sind auf der Suche nach Wahrheit für ihr Leben.“ Das Kursangebot sei vielfältig, „so vielfältig wie das Leben.“

Den Anstoß zur Entwicklung der unterschiedlich ausgerichteten Kursangebote, die im Handbuch zum Projekt „Erwachsen glauben“ zu finden sind, geht auf das EKD-Impulspapier Kirche der Freiheit aus dem Jahr 2006 zurück, erläuterte die Synoden-Präses. Man könne beklagen, dass immer weniger Menschen etwas über die Feste oder Inhalte des christlichen Glaubens wissen. „Mir gefällt es besser, daran etwas zu ändern, zum Beispiel, indem wir den Interessierten die Möglichkeit geben, die Inhalte des Glaubens für sie angemessen kennen zu lernen.“ Das Anliegen von „Erwachsen glauben“ werde mittlerweile von allen Landeskirchen mitgetragen und entsprechend der eigenen Rahmenbedingungen ausgestaltet und weiterentwickelt.

„Wir hoffen, dass Menschen sprachfähig im Glauben werden“, erklärte Dr. Erhard Berneburg, der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD). „Es geht darum, Neugierigen etwas anzubieten, wodurch sie den christlichen Glauben und christliche Gemeinde kennen lernen können. Das ist nicht nur ein Jahresthema, sondern wird uns langfristig begleiten.“

Hannover/Berlin, 01. Juli 2011
Pressestelle der EKD
Silke Römhild

Weitere Informationen zu den Glaubenskursen 

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