Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

''Jahr der Taufe ist zu einem Gottesgeschenk geworden''

Westfälische Landessynode: Erfreuliche Bilanz – Feste mit insgesamt über tausend Taufen

Impuls: Superintendent Bernd Becker (Hagen) fasst die Rahmenbedingungen des Tauffestes zusammen, das am Ostermontag mit 120 Täuflingen im Freilichtmuseum Hagen gefeiert wurde. Foto: EKvW

WESTFALEN/BIELEFELD. Zum Jahr der Taufe 2011 unter dem Motto „Gottesgeschenk“ hat die Synode der westfälischen Landeskirche eine positive vorläufige Bilanz gezogen.

Schon jetzt lasse sich dankbar erkennen: „Das Jahr der Taufe 2011 hat unsere Einsicht in die Theologie der Taufe vertieft, unsere gottesdienstliche Praxis befruchtet und unseren Eifer gestärkt, Menschen zur Taufe einzuladen“, heißt es in einem Zwischenbericht, den das „Kirchenparlament“ am Donnerstag (17.11.) dankbar zur Kenntnis nahm.

Die gewonnenen Erfahrungen dieses Jahres sind vielfältig und sollen auf verschiedenen Ebenen ausgewertet werden. „Das Jahr der Taufe ist für unsere westfälische Landeskirche zu einem Gottesgeschenk geworden“, sagte Präses Alfred Buß, fügte aber hinzu: „Mit dem Jahr der Taufe sind ja nicht einfach alle Ziele erreicht – da ist viel angestoßen, an dem wir weiterarbeiten werden.“

In 20 der 31 westfälischen Kirchenkreise fanden große Tauffeste mit bis zu 120 Taufen statt, meist an ungewöhnlichen Orten wie Wald, Flussufer, Park oder Freilichtmuseum. Ein wesentliches Ziel dieser Tauffeste wurde erreicht: Eltern, die ihrer Kirche nicht eng verbunden sind, Alleinerziehende und Patchworkfamilien folgten der Einladung und ließen ihre Kinder taufen. Bislang wurden bei diesen Festen insgesamt über tausend Kinder, Jugendliche und Erwachsene getauft. Außerdem gab und gibt es noch bis Jahresende ähnliche Tauffeste in einzelnen Gemeinden. Eine abschließende Auswertung liegt zu Beginn des nächsten Jahres vor. Mit dem Jahr der Taufe soll auch die Kinderfreundlichkeit in den Gemeinden gefördert werden. Auch hier kam es zu zahlreichen Anstößen, etwa in der Musik: Eltern mit ganz kleinen Kindern werden eingeladen, mit ihren Kindern zu singen. Dazu ist inzwischen ein Liederheft mit CD erschienen. Krabbel- und Kindergruppen oder insgesamt 4.400 verteilte
Kinderbibeln sind weitere Beispiele.

Oft haben Taufeltern Probleme, Paten zu finden. Nach der Kirchenordnung muss mindestens ein Pate oder eine Patin evangelisch sein. Nach dem Willen der Synode soll das Patenamt theologisch reflektiert werden – mit Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit, in der Kirchenbindung nicht mehr selbstverständlich ist.

Weitere Beispiele kreativer Möglichkeiten: Tauferinnerungsgottesdienste für Menschen mit Demenz oder Glaubens- oder Taufkurse für Erwachsene.

Die Ausstellung „Jahr der Taufe 2011“ wanderte durch 44 Gemeinden und wurde von rund 12.000 Menschen gesehen.


Pressemeldung der EKvW, 17. November 2011
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