Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

''Wolkenfelder auf dem nassen Gehweg''gewinnt Taufliederwettbewerb

Rheinische Kirche zeichnete Gewinner aus

Pfarrerin Dr. Gertrud-Marianne Schendel und Kirchenmusiker Christof Struck haben den Wettbewerb „Lieder zur Erwachsenentaufe“ der Evangelischen Kirche im Rheinland gewonnen. „Wolkenfelder auf dem nassen Gehweg“ heißt das Lied, das die Uelzener Pfarrerin getextet hat und das der Kirchenmusiker aus Wrestedt vertont hat.

„Wir haben den Wettbewerb ausgeschrieben für neue Lieder zur Taufe, genauer gesagt: Lieder zur Taufe von Jugendlichen und Erwachsenen“, erklärte die rheinische Vizepräses Petra Bosse-Huber bei der Preisverleihung in der Düsseldorfer Johanneskirche: „Es geschieht oft, dass sich Jugendliche während der Konfirmandenzeit taufen lassen, und auch die Taufe von Erwachsenen ist gar nicht selten. Dafür eignen sich aber unsere klassischen Tauflieder nicht, die meist von der Säuglingstaufe ausgehen.“
Rund 200 Lieder wurden bei dem Wettbewerb eingesandt.

Der Text des Siegerliedes arbeitet mit einem ungewöhnlichen Bild: Wolkenfelder, die sich auf dem nassen Asphalt des Bürgersteigs widerspiegeln – das Gehen über diese schimmernden Wolkenfelder ist wie ein Wandern im Himmel. Es gehe um die Verbindung von Erde und Himmel auf den Glaubenswegen, die Getaufte mit Gott gehen, so Bosse-Huber und zitierte aus dem Lied: „,Meine Taufe wird lebendig mitten auf dem Wolkenweg’. Diese Verbindung bleibt bestehen, auch im Alltag und auch in dunklen Tagen. Am Ende der dritten Strophe heißt es: ,Doch es bleibt in mir ein Stück Freiheit, Singen, Himmelsglück’.“ Die Melodie passe gut zu den Bildern von Wolkenfeldern und Himmelsglück. Durch ihren ungewöhnlichen Fünf-Viertel-Takt unterstreiche sie die ausgemalte Luftigkeit und Helligkeit. Die Dynamik des Taufweges wird durch die Melodie singbar und spürbar lebendig.

Die besten Lieder werden in einem Heft veröffentlicht

Mit dem 2. Preis wurde Dr. Okko Herlyn für sein Lied „Ich sage Ja zu dem, der mich erschuf“ ausgezeichnet. Der Professor für Praktische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum, der auch als literarischer Kleinkünstler bekannt ist, schrieb dabei sowohl den Text als auch die Melodie.
Den 3. Preis hat die Jury geteilt: Für den Text des Liedes „Gott, ich muss dir mal was sagen“ ging er an Pfarrer Wieland Bopp-Hartwig aus Boxberg. Kantor Christoph Spengler aus Remscheid erhielt ihn für die Melodie des Liedes „Gemeinsam auf dem Weg“.

Die 13 besten Lieder aus dem Wettbewerb werden in einem Heft für den Einsatz in den Gemeinden zwischen Emmerich und Saarbrücken von der Evangelischen Kirche im Rheinland veröffentlicht.
Dass der Bedarf an Liedern für Erwachsenentaufen wächst, zeigt die kirchliche Statistik: Wurden vor rund 30 Jahren (1980) in der rheinischen Kirche „nur“ 1.226 Jugendliche und Erwachsene getauft, stieg deren Zahl über 1.677 (1990) auf 2.020 im Jahr 2009 an. Damit liegt der Anteil der Taufen von Erwachsenen bei inzwischen knapp zehn Prozent.

Foto: fotodruide, „Kreislauf“, CC-Lizenz (BY 2.0), www.piqs.de


Pressemeldung der EKiR, 28. November 2011
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