Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Evangelische Christen - Muslime: ''Gemeinsam Verantwortung wahrnehmen''

Intensive Begegnung zwischen EKD und Muslimen

Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh; Foto: Zairon / Wikipedia

EKD. Der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider und der Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime (KRM), Ali Kizilkaya, haben eine überaus positive Bilanz des Zusammentreffens von EKD und KRM am Donnerstag (21.6.2012) in Duisburg gezogen. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach gut dreieinhalb Jahren wieder in den offiziellen Dialog eingetreten sind“, sagten Schneider und Kizilkaya nach dem heutigen Treffen in der Merkez-Moschee in Duisburg-Marxloh.

Die Begegnung habe in einer „ausgesprochen herzlichen und offenen Atmosphäre“ stattgefunden und zu wichtigen Konkretionen geführt; zudem sei ein Arbeitsplan für die nächsten Jahre erforderlich, so Schneider und Kizilkaya weiter. „Ganz wichtig ist, dass wir heute konkret verabredet haben, eine verbindliche Arbeitsebene zu etablieren, um mit mehr Zeit und Tiefenschärfe den Dialog weiterzuführen.“

Zu den Themen gehörten zum einen theologische Fragen wie zum Beispiel das Gottesverständnis, aber in besonderer Weise der Dialog in praktischen und sozialen Fragen. Es gelte verstärkt, in den unterschiedlichen religiösen Kontexten zu entdecken, was gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung getan werden könne. Entscheidend sei die Stärkung der wechselseitigen Wahrnehmung.

Zudem, so EKD und Koordinierungsrat weiter, müsse geprüft werden, inwieweit in Zukunft auch gemeinsam öffentliche Stellungnahmen zu wichtigen Themen  formuliert werden könnten. „Es wäre sehr überzeugend, und eine gute Entwicklung, wenn wir in Zukunft gemeinsam Verantwortung übernehmen und auch gemeinsam öffentlich dafür eintreten“, so Schneider und Kizilkaya abschließend.

Hannover/Duisburg, 21. Juni  2012
Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick


Für den KRM nahmen an dem Treffen teil:

Bekir Alboga (DITIB)
Engin Karahan (Islamrat )
Ali Kizilkaya (Islamrat)
Aiman Mazyek (ZMD)
Seyfi Ögütlü (VIKZ)
Rafet Öztürk (DITIB)
Erol Pürlü (VIKZ)
Nurhan Soykan (ZMD)

Für die EKD nahmen an dem Treffen teil:

Präses Dr. Dr. h.c. Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der EKD
Bischof Martin Schindehütte, Kirchenamt der EKD
Oberkirchenrat Reinhard Mawick, Pressesprecher der EKD
Landeskirchenrat Pfarrer Rafael Nikodemus, Evangelische Kirche im Rheinland
Pfarrer Heinrich Georg Rothe, Evangelische Landeskirche in Württemberg

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Christlich-muslimisches Gespräch - Informationen zum Islam in Deutschland - Material für religiöse Feiern von Christen und Muslimen

 

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