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'Aus der Quelle schöpfen' – eine Einladung

Neujahrsbotschaft des Kirchenpräsidenten Martin Heimbucher zur Jahreslosung 2018

Dr. Martin Heimbucher, Kirchenpräsident der Evangelisch-reformierten Kirche

Die Jahreslosung 2018 übermittelt Gottes Antwort auf unseren Lebensdurst. In einer phantastischen Vision sieht Johannes, der urchristliche Prophet, das wunderbare Bild für die Gottesgabe, die allen Durst stillt.

Gott spricht: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung des Johannes, 21,6b)

Die Jahreslosung aus dem letzten Buch der Bibel ist eine Einladung. An alle. Denn durstig ist jeder. Selbst wenn wir genug zu essen und zu trinken haben, begleitet uns die Urerfahrung des Mangels. Oft ein Leben lang. Den Menschen dürstet nach Anerkennung. Ihn dürstet nach Liebe. Ihn dürstet (hoffentlich!) nach Gerechtigkeit. Und nach Freiheit. (Hoffentlich auch nach der Freiheit der Anderen.)

Manchmal wird der Lebensdurst zur Sucht. Allzu viele Menschen in unserer Gesellschaft brauchen den Kick einer Droge, um ihr Lebensgefühl zu steigern. Das Jahr 2017 war ein Rekordjahr von Kokainfunden. Das ist ein Symptom. Die meisten von uns betreiben akzeptierte Formen dieser Suche nach „mehr, mehr“. Die Bibel enthüllt unseren Lebensdurst als einen Schrei nach Gott: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir!“ (Psalm 42)

Die Jahreslosung 2018 übermittelt Gottes Antwort auf unseren Lebensdurst. In einer phantastischen Vision sieht Johannes, der urchristliche Prophet, das wunderbare Bild für die Gottesgabe, die allen Durst stillt: Lebendiges Wasser sprudelt aus einer Quelle, klar wie Kristall und unerschöpflich. Alle sind eingeladen, aus dieser Quelle zu trinken.

Der diese Einladung ausspricht ist Jesus Christus. In seinem Wort nimmt die Christenheit die Stimme Gottes wahr, die Stimme seines unerschöpflichen Erbarmens. In Jesus Christus wird Gottes Erbarmen für alle Welt spürbar gegenwärtig: erquickend, belebend und rein - wie frisches Wasser aus einer Quelle, die den Durstigen labt, ja, ihm das Leben rettet. Wer daraus trinkt, wer vielleicht sogar eintaucht in diese Quelle, wird sich wie neugeboren fühlen.

Am Ende aber kommt der Clou: Diese Gottesgabe, dieses „Wasser des Lebens“ gibt es umsonst, ohne Gegenleistung, geschenkt. Eine solche Botschaft muss befremdlich klingen in einer Kultur, in der alles käuflich scheint – jedenfalls für den, der das Geld dafür hat. Sogar sauberes, trinkbares Wasser, dieses grundlegende Lebensmittel für Menschen, Tiere und Pflanzen droht zur Ware zu werden, die sich nur noch die Reichen leisten können.

Gott hebelt die brutale Logik von Leistung und Gegenleistung aus. Sein Erbarmen unterläuft das übliche „do ut des“: Ich gebe, damit du gibst. Umsonst, gratis, „sola gratia“, allein aus Gnade ist zu empfangen, was von ihm zu erwarten ist. Damit bricht der Lebensquell seiner Barmherzigkeit in unsere Welt ein. Alle, die einmal erfahren haben, dass sie ihr Leben zuerst und zuletzt dieser Quelle verdanken, werden anders umgehen mit den Gaben der Schöpfung und des Geistes. Großzügig. Freigiebig. Sie, die alles gratis empfangen, werden selber „umsonst“ geben, ohne auf eine Gegenleistung zu schielen. Sie sind die Vorboten einer anderen, einer besseren Zukunft, die wir von Gott her erwarten. Aus der Quelle des Lebens bei ihm.


Kirchenpräsident Dr. Martin Heimbucher
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