Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Gott

Was glauben wir von Gott?

Gott hat seinen Parkplatz oberhalb von Latsch, CH (46°38'10.88"N, 9°45'1.37"E)

Alle Christen glauben an Gott. Darin, wie sie das tun, gibt es allerdings Unterschiede: Was trauen wir Gott zu? Für wie gut, mächtig und nah halten wir ihn? Von Georg Rieger

Mit den folgenden Zitaten sollen vor allem die Themen aufgezeigt werden, die um den Glauben an Gott diskutiert werden:

Gott, der Unbegreifliche.
"Wenn wir Christen von 'Gott' reden, dann dürfen und müssen wir uns klar machen, dass dieses Wort zum vornherein das grundsätzlich Andere, die grundsätzliche Befreiung von jener ganzen Welt des Suchens, Vermutens, Wähnens, Dichtens und Spekulierens bedeutet." (Karl Barth, Dogmatik im Grundriss, 40)

Gott, der Vater.
Die Bezeichnung Gottes als 'Vater' ist vor allem dadurch entstanden, dass es mit Jesus einen 'Sohn' Gottes gab. Sie wird häufig auch mit der vergleichbaren bedingungslosen Liebe von Eltern zu ihren Kindern begründet. Dies wird - insbesondere von der feministischen Theologie - mit dem Hinweis auf Kindesmissbrauchsfälle als unangemessen abgelehnt.

Gott, der Schöpfer.
"Zusammenfassend gilt: Dies ist die Quelle unserer Religion, dass wir erkennen: Gott ist der ungeschaffene Schöpfer aller Dinge, und alles, was jener als einziger und allein besitzt, schenkt er umsonst." (Ulrich Zwingli)

Gott, der Erwähler.
"Es bleibt ein besonderes Vorrecht, das sich Gott selber vorbehalten hat, zu erkennen, wer die Seinigen sind ... Menschen, die weder ihn noch sich selber kennen, die kennt er und hat er mit seinem Zeichen versehen. Und aus der Zahl derer, die öffentlich sein Zeichen tragen, schauen allein seine Augen die, die ohne Heuchelei heilig sind und die — was schließlich das Hauptstück unseres Heils ist! — bis zum Ende beharren werden." (Johannes Calvin)

Gott, der Dreieine.
"Gott ist der, der uns liebt (der "Vater"), der, in dem er uns liebt (der "Sohn"), und der, durch den er uns zu von Gott Geliebten macht (Heiliger Geist)." (Eberhard Busch, Credo, 102)

 

Georg Rieger
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