Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Eine begründete Hoffnung über den Tod hinaus

Osterbotschaft des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider

Foto: Andreas Krappweis / sxc.hu

Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. - Offenbarung 1,18

„Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Halleluja!“ Mit diesem jubelnden Osterruf bekannten und bekennen Christenmenschen den alltäglichen Todeserfahrungen zum Trotz: Jesus Christus hat durch Kreuz und Auferstehung den Tod überwunden und bringt uns Leben und Licht, Frieden und Heil – Gestern, Heute und in Ewigkeit.

Das ist der feste Grund der Osterfreude, dass nämlich Gottes machtvolles Handeln schon jetzt ein unzerstörbares Licht in unser Leben bringt und zugleich Hoffnung auf vollkommene Befreiung und Erlösung am Ende aller Zeiten. Deshalb können wir trotz aller persönlichen Beschwernisse und trotz aller Weltprobleme voller Dankbarkeit singen, wie es der Barockdichter Lorenz Lorenzen in seinem Osterlied in Worte gesetzt hat:

Wach auf, mein Herz, die Nacht ist hin, / die Sonn ist aufgegangen.
Ermuntre deinen Geist und Sinn, / den Heiland zu umfangen,
der heute durch des Todes Tür / gebrochen aus dem Grab herfür
der ganzen Welt zur Wonne.

(Evangelisches Gesangbuch 114, 1)

Die in der Auferstehung Christi begründete Hoffnung über den Tod hinaus bewegt und ermutigt Menschen zu tätiger Nächstenliebe und Weltverantwortung. Sie stiftet dazu an, schon in dieser Welt den Todesmächten zu widerstehen und Gottes Licht für Menschen sichtbar zu machen, die im Schatten leben: Die Flüchtlinge an den Grenzen Europas und die vielen Menschen, die unter Hunger, Gewalt und Verfolgung leiden – beispielsweise in Zentralafrika, im Südsudan, in Syrien und Afghanistan.

Die Entwicklungen in der Ukraine geben uns Anlass zu großer Sorge. Als Kirche ermutigen wir die politisch Verantwortlichen, einen Rückfall in Zeiten und die Logik des „Kalten Krieges“ zu verhindern. Durch unsere Gebete wollen wir sie dabei unterstützen.

Christinnen und Christen sind dazu aufgerufen, trotz aller Rückschläge immer neue Schritte des Friedens zu wagen und Hass zu überwinden. Dieser Wagemut zur Versöhnung und zum gewaltlosen Widerstehen hat im Osterglauben seine niemals versiegende Kraftquelle.

Wir dürfen getrost sein: Beim Auferstandenen sind die Schlüssel des Todes und der Hölle gut aufgehoben. Für heute. Und für ewig. Halleluja!


Hannover, 17. April 2014
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