Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Wider den Antisemitismus

Eine Argumentations- und Arbeitshilfe für den Schul- und Gemeindealltag

Vor 55 Jahren stellte die jüdische Philosophin Hannah Arendt resigniert fest: „Ist man vor Antisemitismus nur noch auf dem Monde sicher?“ Nun trägt die Arbeitshilfe der rheinischen Kirche zum Thema Antisemitismus dieses Zitat zum Titel. Die Broschüre steht als Download bereit.

Die Argumentations- und Arbeitshilfe ist für den Gemeinde- und Schulalltag und die kirchliche Erwachsenenarbeit bestimmt. „Der Antisemitismus - die Feindschaft gegen Juden, weil sie Juden sind - wächst wieder weltweit in bedrohlichem Ausmaß“, schreibt Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), im Vorwort der gut 50-seitigen Broschüre. Antisemitismus sei gewachsen, obwohl sich in Deutschland eine „wachsende Erinnerungskultur“ entwickelt habe.

„Ist man vor Antisemitismus nur noch auf dem Monde sicher?“ Arbeitshilfe - Antisemitismus. Zum Download als PDF 

Inhaltsverzeichnis

Vorwort 
Zur Entstehung dieser Arbeitshilfe
Wie mit der Arbeitshilfe arbeiten
1. Bestandsaufnahme: Antisemitismus heute
1.1 Was ist Antisemitismus?
1.1.1 Antisemitismus und Antijudaismus
1.2 Antisemitismus als negatives Kulturerbe
1.2.1 Vorurteilsmuster im kirchlich-religiösen Bereich
1.2.2 Vorurteilsmuster im kulturellen Bereich
1.2.3 Wurzeln des Antisemitismus’ in der Mitte der Gesellschaft
1.2.3.1 Die Macht der Vorurteile
1.2.3.2 Die Debatte um eine „Nationale Identität“
1.2.4 Vermengung antijüdischer Klischees mit der Kritik an der Politik des Staates Israel und das Heranziehen von Geschichtsvergleichen
1.3 Ein „neuer“ Antisemitismus
2. Unsere christliche und staatsbürgerliche Verantwortung
3. Impulse für ein Denken, Reden und Handeln jenseits der Judenfeindschaft
3.1 Genau hinsehen – konkret benennen – unterscheiden lernen
3.2 Lernfelder
3.2.1Theologische Lernfelder
3.2.1.1 Christliche Existenz ohne Antijudaismus
3.2.2 Gesellschaftspolitische Lernfelder
3.2.2.1Jüdische Deutsche und Israelis
3.2.2.2 Jüdische Religion und israelische Politik
3.2.2.3 Israelische Politik und deutsche Geschichte
3.2.2.4 Wichtige Aspekte im israelisch-palästinensischen Konflikt
3.2.2.5 Der israelisch-palästinensische Konflikt und unsere Betroffenheit
3.3 Handlungsfelder: Impulse für ein Miteinander
3.3.1Unser Zusammenleben mit jüdischen Menschen hierzulande
3.3.2 Einstellung zum Staat Israel
3.3.3 Einüben des Erinnerns vor Ort
4. Statt eines Schlusswortes ein Hinweis auf das Naheliegende: Das eigene Denken, Reden und Handeln kritisch prüfen
5 Anhänge
A. Glossar: Einige judenfeindliche Klischees näher erläutert
1. „Die Juden“ und die Erwählung
2. „Die Juden“ und die Kreuzigung Jesu
3. Der Gott der Juden: Ein Gott der Rache?
4. „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ als typisch jüdische Lebenseinstellung?
5. „Die Juden und das Geld“
6. Israelische Politik und biblische Landverheißung
7. Israel – ein Apartheidstaat?
8. „Die Juden“ und die angebliche Weltverschwörung
9. „Die Juden müssen moralisch besser sein“
B. „Vom Antijudaismus zum Antisemitismus". Ein knapper historischer Rückblick:
1. Vorrede
2. Von der Antike bis zum späten Mittelalter
3. Die Neuzeit
4. Die Zeit des Nationalsozialismus’
5. Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg
C. Die Synodalerklärung der Evangelischen Kirche im Rheinland von 1980: Erklärung zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden
D. Eine Checkliste für Gemeinde und Schule
E. Literaturangaben und Internetadressen in Auswahl
F. Einige hilfreiche Adressen


Quelle: Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland
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