Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

35 Jahre Leuenberger Konkordie

Präsident Thomas Wipf fordert gemeinsame europäische Wertebasis

Der "Leuenberg", Baselland gab der Konkordie von 1973 den Namen.
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Die Leuenberger Konkordie, die vor 35 Jahren unterzeichnet wurde, bezeichnet Wipf als bis heute "zukunftsweisend".

Der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), Pfarrer Thomas Wipf, würdigt die vor 35 Jahren unterzeichnete Leuenberger Konkordie als für die ganze Ökumene zukunftsweisend. Gleichzeitig betont Wipf die Notwendigkeit einer gemeinsamen Wertebasis der EU. In Bezug auf die aktuellen Erweiterungsüberlegungen der EU gebe es keine Alternative zum Versuch, aufeinander zuzugehen.

„Die Evangelischen in Europa haben den Weg aufgezeigt, der es möglich macht, sich gegenseitig als Kirche anzuerkennen.“ Damit habe das Gründungsdokument der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die Leuenberger Konkordie, zukunftsweisenden Charakter, so Pfarrer Thomas Wipf, Präsident der GEKE. Die vor 35 Jahren unterzeichnete Konkordie stelle die evangelischen Kirchen in Europa auf eine „tragfähige gemeinsame Basis“. Nun gehe es darum, „noch viel mehr Miteinander zu wagen“.

Laut Wipf gibt es ein wachsendes Interesse an der protestantischen Sicht zu gesellschaftlichen Fragen. Die GEKE setze dabei mit ihren „Regionalgruppen“ auf ein Engagement von der Basis aus. In den Gruppen arbeiten Mitgliedkirchen bestimmter Regionen eng zusammen. Damit werde dem Bedürfnis nach einer „protestantischen Stimme“ grenzüberschreitend entsprochen. Die GEKE betrachte jedoch verstärkt auch die gesamteuropäische Dimension dieser Stimme als ihren Auftrag.

Bezüglich der Zukunft der EU betonte Wipf, die Staatengemeinschaft müsse sich auch auf solche Werte berufen können, „die aus einer anderen Quelle kommen als die, die der Staat in einer Verfassung dekretieren kann.“ Nur wenn sich die EU auf eine gemeinsame Wertebasis stützen könne, werde sie Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit weiter entwickeln. In diesem Zusammenhang müssten mit Beitrittskandidaten alle Probleme offen angesprochen werden. Dies geschehe zum Beispiel gerade mit der Türkei. Prinzipiell aber gebe es „keine Alternative zum Versuch, aufeinander zuzugehen“.

Der Präsident der GEKE hofft, dass es einmal „so etwas wie eine weltweite Gemeinschaft evangelischer Kirchen“ geben könne. Dabei verwies Wipf auf sieben Kirchen im Mittleren Osten, die sich zu einer der GEKE ähnlichen Gemeinschaft zusammengeschlossen haben. Zu diesen Kirchen der „Erklärung von Amman“ gebe es bereits Kontakt. Die Geschichte dieser Kirchen zeige, „wie das Leben die theologischen Grenzen sprengen kann“.

Das ungekürzte Interview mit Thomas Wipf.

Zur „Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa“ (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft haben sich 105 protestantische Kirchen in Europa (und in Südamerika) zusammengeschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und hussitische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Die fünf protestantischen Kirchen in Südamerika, die zur GEKE gehören, haben sich aus früheren Einwandererkirchen entwickelt. Zwischen den Vollversammlungen führt der 13 Personen umfassende Rat die Geschäfte. Geschäftsführender Präsident ist der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, Pfr. Thomas Wipf (Bern), seine Stellvertreter sind der Direktor des Seminars für Reformierte Theologie an der Universität in Münster, Prof. Dr. Michael Beintker, und Doz. Dr. Stephanie Dietrich, Diakonhjemmet University College Oslo. Leiter des Sekretariats der GEKE ist Bischof Prof Dr. Michael Bünker von der Ev. Kirche A.B. in Österreich. Die Anschrift lautet: GEKEGeschäftsstelle, Severin-Schreiber-Gasse 3, A-1180 Wien, Tel.: +43.1.4791523.900, Telefax: +43.1.4791523.580, Email: office@leuenberg.eu, Internet: www.leuenberg.eu.


Pressemitteilung der GEKE
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Interview mit dem Präsidenten der Gemeinschaft Ev. Kirchen in Europa (GEKE)

35 Jahre Leuenberger Konkordie - Anlass für einen Blick zurück und einen Blick nach vorn: Versöhnung der Kirchen in Europa, Rolle der Kirchen in der Europäischen Union, Hoffnung auf eine weltweite Gemeinschaft evangelischer Kirchen.
Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa 16. März 1973

Mit der Leuenberger Konkordie haben lutherische, reformierte und unierte Kirchen Europas in der Bindung an die sie verpflichtenden Bekenntnisse und unter Berücksichtigung ihrer Traditionen die theologischen Grundlagen ihrer Kirchengemeinschaft dargelegt und einander Gemeinschaft an Wort und Sakrament gewährt. Dies schließt Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft und die gegenseitige Anerkennung der Ordination ein. Die Leuenberger Konkordie ist als Dokument ökumenischer Gemeinschaft von allen Kirchen angenommen worden.
 

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