Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Auferstehung ist Neuschöpfung

Präses Alfred Buß predigte in der Bielefelder Süsterkirche

''Auferstehung ist Neuschöpfung. Gott ist am Werk, er ruft den Gekreuzigten aus dem Tod'': Mit diesen Worten brachte Präses Alfred Buß in seiner Predigt am Ostersonntag, 12. April, in der evangelisch-reformierten Süsterkirche (Bielefeld) die frohe Osterbotschaft auf den Punkt. Der Tod ist überwunden, der Blick geht nicht mehr zurück zum Grab, sondern nach vorn ins Leben.

Für die drei Frauen - Maria Magdalena, Maria (Jakobus Mutter) und Salome -, die nach dem Markusevangelium (16,1-8) trauernd zum leeren Grab kommen und als Erste von der Auferstehung des Gekreuzigten erfahren, ist das Erlebte aber nur schwer zu begreifen: Der Tod ist entmachtet. Gottes Liebe zu seiner Menschheit und zum Leben hat gesiegt.

Vor der Freude kommt beim Anblick des leeren Grabes die Angst der Unfassbarkeit: „Ein Entsetzen nicht vor dem Tod, sondern vor der Auferstehung”. Die kalte Haut des Toten berühren, so der leitende Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) in seiner Auslegung, das hätten die Frauen ertragen. „Aber im Grab ein quicklebendiger junger Mann in weißem Gewand - das geht über ihre Kraft.” Denn der Stein liege nicht nur vor des Grabes Tür. Mindestens ebenso schwer liege er auf der Seele - „mit dem ganzen Gewicht enttäuschter Hoffnung, vergeblicher Liebe, bindender Schuld und lähmender Gewalt”. Die Sorge um den Toten und die Freude über den Auferstandenen, das muss erst einmal verarbeitet werden.

Buß erinnerte daran, dass an Ostern Welten aufeinanderstoßen, Leben und Tod zusammenprallen: als Kern der Auferstehung. Trotz des ersten Schreckens der Frauen, die ängstlich und verstört vom Grabe fliehen, gibt es für die Osterbotschaft anschließend kein Halten mehr: „Statt der Rückkehr zum Grab - Aufbruch ins Leben. Statt der Reise in die Vergangenheit - der Weg in die Zukunft. Die Frauen haben den Weg mit Jesus nicht hinter sich - sie haben das Leben mit Christus vor sich.”

Zum Download: Predigt von Präses Buß (PDF)


Internetseite der EKvW
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
 

Nach oben   -   E-Mail  -   Impressum   -   Datenschutz