Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Theologisch auskunftsfähig werden

Vollkonferenz begrüßt Votum zum Personsein Gottes

UEK. Die Vollkonferenz der Union Evangelischer Kirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat das Votum des Theologischen Ausschusses „Mit Gott reden – von Gott reden. Das Personsein des dreieinigen Gottes“ den Kirchen und Gemeinden „zur Kenntnisnahme und Weitergabe“ empfohlen.

In einem Beschluss würdigte die Vollkonferenz das Votum als einen wichtigen Beitrag zur Verständigung über das christliche Reden von Gott. Diese Klärung könne dazu helfen, das Gespräch mit Menschen anderer Religionen und Glaubensvorstellungen zu fördern. Als besondere Herausforderungen benannte die Vollkonferenz dabei die Auseinandersetzung mit Gottesvorstellungen buddhistischer oder esoterischer Herkunft, aber auch die Infragestellung der trinitarischen Gottesrede von islamischer Seite. Eine reflektierte Vergewisserung personaler Gottesrede diene auch der Auseinandersetzung mit atheistischen Argumentationen.

Über das Votum hinausgehend regte die Vollkonferenz an, auch Erträge feministischer Theologie für das Anliegen fruchtbar zu machen, die Rede von Gott „aus der Begrenzung einer männlichen Sprachmetaphorik herauszuführen“. Die Vielfalt biblischer Gottesbilder befreie dazu, in eigenen Bildern von Gott zu reden. Zugleich fordere sie dazu heraus, Kriterien für geeignete Metaphern zu finden: „Die Bibel selbst hält die Gottesrede im Fluss und koppelt sie im Neuen Testament kritisch an das Bild zurück, in dem Gott uns in Jesus Christus verlässlich begegnet.“

Die Vollkonferenz  unterstrich in ihrem Beschluss, das Votum rege dazu an, Redeweisen von Gott in Gebet, Liturgie und Predigt neu zu bedenken. Das personale trinitarische Gottesverständnis sei gemeinsames Gut der christlichen Konfessionen. Als ihre Hoffnung brachte die Vollkonferenz zum Ausdruck; „Der Gestus der Liebe, der die trinitarische Gottesrede durchwirkt, kann als konfessionsverbindende Kraft das ökumenische Gespräch neu beleben.“

Hannover, 10. November  2010
Pressestelle der EKD und der UEK
Reinhard Mawick

Beschluss zum Votum des Theologischen Ausschusses (43,83 kB)

„Mit Gott reden – von Gott reden. Das Personsein des dreieinigen Gottes“ Michael Beintker zur Einführung >>>

Das Votum des Theologischen Ausschusses „Mit Gott reden – von Gott reden. Das Personsein des dreieinigen Gottes“ erscheint im Januar 2011 als Paperback im Neukirchener Verlagshaus (= Evangelische Impulse, Band 3, ISBN 978-3-7887-2506-8, ca. 160 Seiten,  € 12,90.

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