Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Taufe ist konkret

Theologe: Evangelische Kirche besinnt sich wieder auf die biblischen Verheißungen

Formulierte Thesen für eine Taufpraxis der Zukunft: Dr. Christian Grethlein

Bielefeld/Westfalen. Wer sein Kind oder sich selbst taufen lässt, ist nicht an kirchlicher Lehre interessiert, sondern an spürbarer Begleitung und konkreter Unterstützung im Leben. Darauf hat der Theologe Dr. Christian Grethlein am Dienstag (16.11.) vor der Synode der Evangelischen Kirche von Westfalen hingewiesen. In Vorbereitung auf das Jahr der Taufe 2011 sprach er über Herausforderungen und Chancen, die mit der Taufe verbunden sind.

Nach Grethleins Überzeugung markiert das Jahr der Taufe einen Wendepunkt der Taufpraxis. Unter dem Motto „gottesgeschenk“ wird die Taufe in den evangelischen Kirchen Nordrhein-Westfalens und in Niedersachsen im kommenden Jahr besonders im Mittelpunkt stehen. Grethlein, Professor für evangelische Theologie in Münster, stellte in einem kirchengeschichtlichen Rückblick dar, wie stark die Taufe im Lauf der Jahrhunderte ihrer Bedeutung beraubt wurde. Er begrüßte es, dass sich die evangelische Kirche „wieder auf die biblischen Verheißungen besinnt, die mit der Taufe verbunden sind“. Hier sieht er große Möglichkeiten: Gerade auch im körperlichen Vollzug, in der Berührung mit Wasser, liege die Bedeutung der Taufe. Je stärker sie mit den eigenen Lebensumständen, der eigenen Lebensgeschichte zu tun hat, desto größer sei diese Bedeutung, so der Theologe. Ein wichtiges Thema für viele Eltern sieht er in der Schutzbedürftigkeit und tödlichen Gefährdung des neugeborenen Kindes: „Am Beginn des Lebens ist für die Eltern das Lebensende besonders gegenwärtig.“ Er riet dazu, „die Kunst des Taufens zu pflegen und weiterzuentwickeln“. Dabei müssten kulturelle und ästhetische Gewohnheiten, aber auch soziale und religiöse Zusammenhänge beachtet und gestaltet werden.

Fidon Mwombeki, Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (Wuppertal), beschrieb seine Lebenserfahrungen als getaufter Christ. Immer stärker kam er zu der Erkenntnis, „dass die Taufe ein großes Geheimnis ist, ein Geschenk Gottes, das uns in die Freiheit führt“. Darunter versteht der gebürtige Tansanier „nicht nur Freiheit von etwas, sondern auch Freiheit für etwas“ – nämlich dem Nächsten zu dienen und den christlichen Glauben zu bekennen.

Von den Erfahrungen mit dem Thema Taufe in Ost- und Mitteldeutschland berichtete die Direktorin des Evangelischen Predigerseminars Wittenberg, Dr. Hanna Kasparick. Tauf-Einladungen an Erwachsene und Vorbereitungskurse, Ausstellungen mit Taufengeln, Taufschalen oder Taufkleidern, Seminare für Gemeindeleitungen sind in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg Vorpommern auf viel Interesse gestoßen. „Die Wege zur Taufe sind so verschieden wie die Menschen, die sie begehren.

Jahr der Taufe im Internet: www.gottesgeschenk.info


Pressemeldung der EKvW, 16. November 2010
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