Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

''Einheit in der Taufe''

Vor 15 Jahren erkannten die Rheinische Kirche und fünf katholische Bistümer die Taufe wechselseitig an

Foto (bearb.): G. Jansoone

Ein besonderes Datum steht am Samstag (26. März) auf dem Kalender der Evangelischen Kirche im Rheinland: Vor 15 Jahren haben sie und fünf katholische Bistümer die Taufe formell wechselseitig anerkannt. Vier Wörter sind in der Präambel der Vereinbarung fett gedruckt: „Einheit in der Taufe“. Diese wollten die Vertreter der Evangelischen Kirche im Rheinland, des Erzbistums Köln und der Bistümer Aachen, Essen, Münster und Trier deutlicher zum Ausdruck bringen, als sie am 26. März 1996 ihre Vereinbarung zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe unterzeichneten.

„Die Taufe ist das Band der Einheit und ein Sakrament, das alle Kirchen miteinander verbindet. Voller Freude blicken wir deshalb auf 15 Jahre gemeinsame Erklärung zur Taufe der Rheinischen Kirche mit ihren römisch-katholischen Partnerdiözesen zurück“, sagt Präses Nikolaus Schneider: „Der Rückblick ermutigt, in ökumenischer Gemeinschaft auf eine gemeinsame Zukunft zu setzen.“ Schneiders Vor-Vorgänger Präses Peter Beier hatte damals für die Evangelische Kirche im Rheinland die Vereinbarung mit seinen katholischen Amtsbrüdern unterzeichnet.

Das fünfseitige Papier umfasst in fünf Punkten die gemeinsame theologische Auffassung von der Taufe: Getauft wird nach dem Vorbild der Taufe Jesu durch Johannes. Der Täufling wird in die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott und in die Kirche hineingenommen. Die Taufe kann weder wiederholt noch ungeschehen gemacht werden. Sie geschieht Kindern als Zeichen für Gottes Gnade unabhängig von Vorleistungen oder Erwachsenen nach einer Zeit der Einführung in den Glauben und nach dem Bekenntnis. In den nachfolgenden kirchenrechtlichen Regelungen wird unter anderem festgelegt, dass beispielsweise beim Wechsel der Kirchenzugehörigkeit von der Gültigkeit der empfangenen Taufe auszugehen ist.


Pressemeldung der EKiR, 25. März 2011
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