Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Im Jahr 2011 haben alle Konfessionen den gleichen Ostertermin

Ostereierverzieren - ein alter sorbischer Brauch; Foto: Bomenius; http://piqs.de/fotos/90568.html

ref.ch. Dies ist kein Ostern wie jedes andere. Seit 1943 ist kein Ostersonntag mehr so sp├Ąt gewesen wie in diesem Jahr. Damals fiel das Fest der Auferstehung Jesu auf den 25. April, in diesem Jahr ist es der 24. April.

Dass das höchste Fest der Christenheit so sprunghaft durch den Kalender wandert, hat mit dem jüdischen Passahfest, das am Tag des ersten Frühjahrsvollmonds gefeiert wird, und seiner Abhängigkeit vom Mondkalender zu tun. Da Jesus laut Bibel unmittelbar vor dem Passah-Fest gekreuzigt wurde, orientierten sich auch die ersten Christen an diesem Datum. Frühester Ostertermin ist der 22. März, spätester der 25. April. Laut Reinhold Bien, Kalenderexperte im Astronomischen Rechen-Institut in Heidelberg, sind die extrem frühen und die extrem späten Ostertermine aber vergleichsweise selten.

Ees ist noch aus einem anderen Grund kein Ostern wie jedes andere. Denn trotz unterschiedlicher Zeitrechnung feiern katholische, evangelische und orthodoxe Christen das Fest von Tod und Auferstehung Jesu in diesem Jahr wieder am selben Tag. Das kommt nicht gerade häufig vor. Denn seit dem 16. Jahrhundert folgen orthodoxe und die westlichen Kirchen unterschiedlichen Kalendern: die russisch-orthodoxe richtet sich nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katholische und evangelische Kirche folgen dem 1582 von Papst Gregor XIII. reformierten Gregorianischen Kalender. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen.

Gemeinsame Ostern gab und gibt es in den rund 1.500 Jahren zwischen 1583 und dem Jahr 3000 genau 271 Mal, wie die zahlenbegeisterten Astronomen ausgerechnet haben. Für viele Christen ist ein solcher kalendarischer Zufall deshalb von hoher Symbolik. Eine Einigung auf einen gemeinsamen Ostertermin könnte ein Signal für das Zusammenwachsen aller Kirchen werden, meinte Papst Johannes Paul II. vor wenigen Jahren.

Auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ist seit Jahrzehnten um eine Vereinheitlichung des Osterdatums bemüht - bislang ohne Erfolg. Denn alle Versuche, die unterschiedlichen Interessen unter einen Hut zu bringen, verliefen im Sand. Zuletzt wurde das Problem auf einer Kirchenkonferenz im Jahr 1997 im syrischen Aleppo thematisiert und ein gemeinsamer Vorschlag erarbeitet. Wegen grosser Widerstände in den orthodoxen Kirchen - die über solche Fragen in den 1920er Jahren schon einmal einen bis zur Kirchenspaltung eskalierenden Konflikt erlebt hatten - trat diese Regelung jedoch nicht in Kraft.


Quelle: ref.ch, 8. April 2011
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