Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

SEK: Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten

Eine Publikation des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds

Mit der Publikation „Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten“ präsentiert der Kirchenbund die Erkenntnisse seiner Reise Ende 2010 in den Libanon, nach Syrien und Jordanien, Israel und Palästina. Gleichzeitig bezieht er Stellung zum „Kairos-Palästina-Dokument“ christlicher Palästinenser, einer Klage und einem Schrei der Hoffnung von Christen am Kreuzpunkt aller Spannungen in der Region.

Mit einer jetzt erschienenen Publikation legt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK Rechenschaft über sein Friedensengagement im Nahen Osten ab und bezieht darin Stellung zum „Kairos-Palästina-Dokument“ christlicher Palästinenser.

Die kleine christliche Minderheit im Nahen Osten ist von Auswanderung und Radikalisierung unmittelbar betroffen. Im israelisch-palästinensischen Konflikt scheint die politische Konstellation hoffnungslos. Die Umbrüche des „arabischen Frühlings“ haben die Situation weiter zugespitzt. Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hat sich mit einer Reise Ende 2010 direkt vor Ort, im Libanon, in Syrien und Jordanien, Israel und Palästina ein Bild der komplexen Situation gemacht.

Mit der Publikation „Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten“ legt der Kirchenbund nun darüber Rechenschaft ab. Gleichzeitig bezieht der Kirchenbund Stellung zum „Kairos-Palästina-Dokument“ christlicher Palästinenser, einer Klage und einem Schrei der Hoffnung von Christen am Kreuzpunkt aller Spannungen in der Region.

Mit seiner Reise hat der Kirchenbund seiner Solidarität mit der bedrohten christlichen Minderheit der Region Ausdruck verliehen und aufschlussreiche Einblicke in das Friedensengagement der Religionen im Nahen Osten erlangt. Der Dialog der Religionen im Nahen Osten muss als Trialog zwischen Judentum, Christentum und Islam stattfinden, um verzerrte Wahrnehmungen zu überwinden, so die grundlegende Auffassung des Kirchenbundes.

In seiner Stellungnahme zum Kairos-Palästina-Dokument anerkennt der Kirchenbund die Dringlichkeit des Aufrufs christlicher Palästinenser. Wie dieser verurteilt er den Missbrauch biblischer Texte zur Rechtfertigung politischer Positionen oder zur Entschuldigung einer Missachtung des Völkerrechts. Er betont das Existenzrecht Israels sowie das eines palästinensischen Staates, möglicherweise mittels der international weithin anerkannten Grenzziehung der „grünen Linie“ von 1967.

Das Dokument enthält einen Boykott-Aufruf gegen Israel. Dies ist nach Einschätzung des Kirchenbundes jedoch kontraproduktiv und genau die Vergeltung, welche die Autoren des Kairos-Palästina-Dokuments eigentlich ablehnen. „Es ist hingegen zu überlegen, auf welche Weise die Vermarktung und der Konsum von Produkten aus illegalen Siedlungen gemieden und die palästinensische Wirtschaft gezielt gestärkt werden kann“, so die Position des Kirchenbundes.

Hinweis: Die Publikation kann ab sofort auf www.sek.ch heruntergeladen und für CHF 10.-- bestellt werden.


Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK, Medienmitteilung Bern, 11. Oktober 2011
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