Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

''Musik war der Herzschlag der Reformation''

EKD-Magazin für das kommende Jahr der Lutherdekade erschienen

Titelseite des Magazins "Reformation und Musik" (Detail). Foto: EKD

EKD. Unter dem Titel „Reformation und Musik“ hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ein Magazin zum gleichnamigen Themenjahr der Lutherdekade, das im kommenden Jahr 2012 begangen wird, veröffentlicht. Nach „Calvin“ (2009), „Melanchthon“ (2010) sowie „Taufe und Freiheit“ (2011) ist es das vierte Themenheft der EKD zur Lutherdekade.

In seinem Vorwort schreibt der Vorsitzende des Rates der EKD, Präses Nikolaus Schneider: „Musik war der Herzschlag der Reformation. Martin Luther übersetzte die Bibel nicht nur ins Deutsche, sondern auch zentrale biblisch-theologische Erkenntnisse in Lieder. Und seine Lieder sang die ganze Gemeinde“. Heute reiche das Wirken der Kirchenmusik „weit über den gottesdienstlichen Bereich“ hinaus. In der Kirchenmusik fänden viele Menschen einen „ersten oder einen neuen Kontakt“ zur Kirche. Die Musik, so der Ratsvorsitzende weiter, sei eine „Brücke zwischen Kirchen und Gesellschaft“ und damit eine „wichtige Verbindung zu vielen Menschen, auch zu denen, die heute nicht mehr selbstverständlich kirchlich sozialisiert“ seien.

Das Magazin versammelt in seinem ersten Teil „Musik und Evangelium“ grundlegende Artikel zur protestantischen Kirchenmusik, u.a. zur Rolle der Musik bei Martin Luther und über das systematische Verständnis der Musik in der reformatorischen Theologie (Autoren: Stephan Schaede, Jochen Arnold). Zudem wird die Rolle der Orgel im evangelischen Gottesdienst erörtert (Konrad Klek) sowie unter dem Titel „Gebet in g-moll“ die Johannespassion von Johann Sebastian Bach analysiert (Meinrad Walter).

Im zweiten Teil „Komponisten – Boten der Reformation“ werden bekannte Komponisten protestantischer Kirchenmusik in Porträtartikeln vorgestellt. Neben den „Großen“ wie Heinrich Schütz, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Johannes Brahms finden sich u. a. auch Namen wie Leonhard Lechner, Johann Crüger, Friedrich II. von Preußen und aus neuerer Zeit Ernst Pepping und Hugo Distler.

Außerdem äußern sich zahlreiche Prominente, darunter Anne-Sophie Mutter, Wolfgang Schäuble, Margot Käßmann, Wolf Biermann, Richard von Weizsäcker und Nikolaus Schneider in kurzen Texten in der Rubrik „Musik ist für mich / Mein Lieblingslied“. In den Abschnitten „Musik und Kirche“, „Musik und Alltag“ und schließlich „Musik und ich“ berichten Kirchenmusikerinnen und –musiker sowie begeisterte Laien von ihrem Arbeitsalltag, sowie ihren Erfahrungen, Gefühlen und Gedanken mit verschiedenen (Kirchen-)Musikstilen, mit Choral- und Chorgesang und anderen Aspekten des klingenden Gotteslobes. So analysiert Petra-Angela Ahrens die neue Beziehung von „Gospel und Kirche“, Peter Bubmann blickt unter dem Titel „Danke für dieses Danke“ zurück auf ein halbes Jahrhundert des bekannten Liedes „Danke für diesen guten Morgen“, der Saxophonist und Komponist Uwe Steinmetz stellt die Frage „Orgel oder Keyboard?“.

Der ersten Auflage des Themenheftes liegt eine Mini-CD mit drei Vertonungen des Lutherchorals „Verleih uns Frieden gnädiglich“ bei. Die drei Motetten von Andreas Hammerschmidt, Felix Mendelssohn Bartholdy und Alfred Koerppen musiziert der Knabenchor Hannover unter Leitung von Jörg Breiding.

Das Magazin „Reformation“ (DIN A 4) mit 84 Seiten kann kostenlos beim Kirchenamt der EKD (Herrenhäuser Str. 12, 30419 Hannover, E-Mail: jessica.fischer@ekd.de, bestellt werden.

Hannover, 13. Oktober 2010
Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick

  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
Infos, Predigten, Termine, Link-Tipps

 

Nach oben   -   E-Mail  -   Impressum   -   Datenschutz