Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Heilig-Rock-Wallfahrt zu Trier 2012 - auch Protestanten (im Rheinland) sind dabei

Vom 13. April bis 13. Mai 2012 findet in Trier die Heilig-Rock-Wallfahrt statt.

Foto (bearb.): Bistum Trier

ekir.de. Präses und Ökumene-Chefin der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) haben die Einladung des Bischofs des Bistums Trier, Dr. Stephan Ackermann, zur Mitwirkung an der Wallfahrt angenommen. „Gern angenommen“, wie der Präses sagt, „zumal das Leitwort ,…und führe zusammen, was getrennt ist’ explizit und sehr bewusst ökumenisch formuliert ist“. Die Wallfahrt, fünf Jahre vor dem 500. Reformationsjubiläum gelegen, möge neue ökumenische Impulse setzen, so die Hoffnung von Präses Dr. h.c. Nikolaus Schneider.

Auf den Text schauen, nicht auf Textilien. Das ist schön und kurz und inhaltlich gute evangelische Tradition: Auf die Bibel, auf Gottes Wort hören ist wichtig; Reliquienverehrungen sind verpönt. Deshalb muss man mindestens sagen, dass die Beteiligung von Protestantinnen und Protestanten an einer katholischen Wallfahrt „ungewöhnlich“ ist, wie Ökumene-Chefin Barbara Rudolph sagt. Derb schimpfte Martin Luther einst über die „Bescheißerei zu Trier“.

Glaube statt Gegenstand

Und es beteiligen sich auch nicht alle in der rheinischen Kirche. Die biblischen und theologischen Gründe gegen die Heiligen- und Reliquienverehrung haben „nichts von ihrer Plausibilität verloren, im Gegenteil“, so Superintendentin Marion Obitz (Wied). Das vom Kreissynodalvorstand des Kirchenkreises Wuppertal angenommene Papier von Pfarrer Dr. Jochen Denker stellt "kritische Anfragen" an die rheinische Kirche und an die ökumenische Sinnhaftigkeit der Beteiligung. Gemeinsame Bibelarbeiten, gemeinsame Gottesdienste, gemeinsames Abendmahl seien geeignete Zeichen für die Ökumene, nicht die Wallfahrt zu einer Reliquie, heißt es u.a. in dem Papier.

Auch der Konsistorialpräsident der Protestantisch-Reformierten Kirche von Luxemburg, Karl Georg Marhoffer, hat „keine Verbindung zu einer Wallfahrt“. Er schätze die Gemeinschaft mit anderen Christen. Doch: „Zu einem Gegenstand eine Glaubensbeziehung aufzubauen, ist mir völlig fremd.“
>>> weiter im Text des ekir.de-Dossiers rund um die katholische Wallfahrt, Fragen von Text und Textilien, Ablass, Reliquien und Ökumene.

>>> Stellungnahme von Pfarrer Dr. Jochen Denker, Reformierte Gemeinde Ronsdorf und Assessor im Kirchenkreis Wuppertal. Diese Stellungnahme machte sich der Vorstand des Kirchenkreises Wuppertal zu eigen.

>>> „Eine befruchtende Zumutung“. Interview mit Oberkirchenrätin Barbara Rudolph in der Tagespost, 11. April 2012

www.heilig-rock-wallfahrt.de

„Natürlich muss man da nicht hingehen“, stellt Präses Nikolaus Schneider klar. Aber sich einlassen auf Frömmigkeitserfahrungen neuen Typs, das ermögliche die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012. Ein ekir.de-Audio-Interview:
http://www.ekir.de/www/service/praeses-15365.php

Einladung angenommen: Die beiden Saar-Superintendenten geben Erklärung zur Teilnahme an der Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier:
http://www.ekir.de/www/service/saar-15362.php

EKiR-Dossier:
http://www.ekir.de/www/service/wallfahrt-15302.php

"Du setzt das Maß für Tritt und Schritt" Orientierungshilfe der Evangelischen Kirche im Rheinland zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012

Die Wallfahrt auf evangelisch.de
[1357,72 KB]

Heilig-Rock-Wallfahrt in Trier offiziell eröffnet

Und noch ein Tweet zum Heilig Rock:

Der Kommentar zur Wallfahrt, Interpretation ist auf yt gesperrt...


bs, 10. April 2012
  • Twitter
  • Facebook
  • Google Bookmarks
Pilgern – auch ein Weg für reformierte Christen?

Zwei reformierte Kirchen in Norddeutschland, die Jakobikirche in Rinteln und das Kloster in Möllenbeck, sind seit Pfingsten 2007 Stationen auf einem Abstecher des Pilgerwegs Loccum – Volkenroda.
 

Nach oben   -   E-Mail  -   Impressum   -   Datenschutz