Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

Gelobtes Land? Evangelische Orientierungshilfe zum Thema Land und Staat Israel erschienen

Nahostkonflikt und biblische Landverheißung

EKD. Die Situation im Nahen Osten ist gegenwärtig sowohl aufgrund der politisch instabilen Lage in vielen Staaten wie auch durch den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Iran und Israel besonders spannungsgeladen. Gerade viele Christinnen und Christen fragen angesichts dieser Entwicklungen nicht nur nach politischen Lösungswegen, sondern auch nach einem angemessenen Verständnis des Staates Israel und damit verbunden nach einer theologisch verantworteten und zeitgemäßen Deutung biblischer Landverheißungen.

Gelobtes Land? Hrsg. im Auftrag der EKD, der UEK und der VELKD,
Gütersloh 2012, ISBN 978-3-579-05966-2,
Preis 6,99 Euro.
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Zu diesen wichtigen Themen ist jetzt unter dem Titel „Gelobtes Land? Land und Staat Israel in der Diskussion“ eine Orientierungshilfe erschienen. Das 128-seitige Taschenbuch enthält einen Bild- und Kartenteil, es wurde im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) von den Mitgliedern des gemeinsamen Ausschusses „Kirche und Judentum“ erarbeitet.

Die Orientierungshilfe benennt Aspekte jüdischen und muslimischen Verständnisses des Landes Israel und der Stadt Jerusalem. Die Kirchengeschichte des »Heiligen Landes« wird ebenso skizziert wie die gegenwärtige Situation der Kirchen in der Region und unterschiedliche theologische Argumentationsmuster. Leserinnen und Lesern wird damit die Chance geboten, die komplexe Thematik aus verschiedenen Perspektiven in den Blick zu nehmen. So ist diese Orientierungshilfe eine Art „Reiseführer“ durch das schwierige Gelände des von Verheißungen geprägten Landes Israel. Sie bringt sowohl die starke Verbundenheit der Christen mit Israel und Palästina als auch Verantwortung für alle im Nahen Osten lebenden Menschen zum Ausdruck.

Die Orientierungshilfe knüpft mit ihren theologischen Grundaussagen ausdrücklich an die in den vergangenen Jahrzehnten im Dialog von Christen und Juden gewonnenen Einsichten an. Diese finden sich formuliert in den drei Studien „Christen und Juden“ der EKD aus den Jahren 1975, 1991 und 2000 sowie in der Studie „Kirche und Israel“ der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) aus dem Jahr 2001. Insbesondere hält die Orientierungshilfe am Konsens über die bleibende Verbundenheit der Christen mit Israel als dem erstberufenen Gottesvolk fest, respektiert das jüdische Selbstverständnis und betont das Existenzrecht des Staates Israel.

Im Vorwort der Orientierungshilfe heißt es: „Angesichts der Aktualität, der Sensibilität sowie der vielfältigen theologischen und auch politischen Herausforderungen, die sich mit dem Thema „Land – Volk – Staat Israel“ verbinden, steht uns die Vorläufigkeit alles theologischen Wissens und kirchlichen Redens vor Augen. Gerade deshalb sehen wir in dieser Orientierungshilfe einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von Christen und Juden. Ebenso trägt sie zur unerlässlichen Diskussion der
Frage bei, wie die evangelischen Kirchen ihre Solidarität mit dem Staat Israel mit dem Engagement für eine selbstbestimmte, gerechte und friedliche Zukunft aller Bewohner des Landes der Bibel verbinden können.“

Gelobtes Land? - Land und Staat Israel in der Diskussion. Eine Orientierungshilfe. Herausgegeben im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Union Evangelischer Kirchen in der EKD (UEK) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Gütersloh 2012, 128 Seiten, mit 10 Farbfotos und neun farbigen Landkarten. ISBN 978-3-579-05966-2; Preis 6,99 Euro.

Hannover, 10. Oktober 2012
Pressestelle der EKD
Reinhard Mawick/Silke Römhild

Orientierungshilfe "Gelobtes Land? - Land und Staat Israel in der Diskussion.

 

 

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Kirche und Israel seit der Gründung des Staates 1948

Die Gründung des politischen Staates wurde von Beginn an und wird bis heute aus christlicher Sicht auf Grund der biblischen Landverheißung auch theologisch beurteilt. Zum Bund Gottes mit Abraham gehört die Zusage des Landes "von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat" (1. Mose 15, 18).
 

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