Berufsperspektive Militärseelsorge?

EKvW: Studierende besuchten Bundeswehr-Standort in Münster-Handorf


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Vor Ort wird deutlich, wie anspruchsvoll der Dienst zwischen Glauben und Einsatzrealität ist.

Über 20 Studierende besuchten den Bundeswehrstandort Münster-Handorf. Eingeladen hatte die Studierendenbegleitung der EKvW, begleitet wurde die Gruppe von einem Seminar zur Seelsorgepraxis. In der Lützow-Kaserne berichtete Militärpfarrerin Daniela Fricke aus ihrem Arbeitsalltag.

Militärseelsorge bewegt sich in einem Spannungsfeld: Wer den Soldatenberuf grundsätzlich ablehnt, kann diesen Dienst kaum ausüben. Für Fricke gehört die Unterstützung einer demokratisch legitimierten Armee dazu. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Menschen in der Kaserne – unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. Neben evangelischen und katholischen Seelsorgenden gibt es inzwischen auch jüdische Ansprechpartner.

Besonders gefragt ist Seelsorge in Extremsituationen, etwa nach Auslandseinsätzen. Militärdekan Michael Rohde berichtet von Gesprächen über Schuld und Vergebung, die selbst nichtgläubige Soldaten führen. Solche Erfahrungen zeigen die Bedeutung geistlicher Begleitung – auch für die Seelsorgenden selbst.

Soldatinnen und Soldaten schätzen die Gespräche, Gottesdienste und Bildungsangebote als Orientierung und Stück Heimat im Dienstalltag. Auch unter den Studierenden wächst das Interesse: Der Dienst wird als wichtig wahrgenommen, bleibt aber für viele zunächst eine spätere Option.


Quelle; EKvW