Zum Glauben gehört auch Wissen

Für reformierte Christen gibt es keine Instanz, die festlegt, was zu glauben ist. Was gelehrt und gepredigt wird, soll im Einklang mit der Bibel stehen. Darauf zu achten ist auch die Aufgabe jedes Gemeindemitglieds. Ein hoher Anspruch!

"Wahrer Glaube ist nicht allein eine zuverlässige Erkenntnis durch welche ich alles für wahr halte, was uns Gott in seinem Wort offenbart hat, ..." Der Heidelberger Katechismus (Frage 21) betont die Wichtigkeit des Wissens für den Glauben. Jedes Gemeindemitglied sollte so viel wie möglich wissen, damit es seinen Glauben begründen und weitergeben kann.

In der aktuellen Situation wird das aus verschiedenen Gründen wieder wichtig: Der christliche Glaube steht zunehmend in einem Wettbewerb mit anderen Religionen und Glaubensrichtungen und sieht sich den Fragen und Verdächtigungen kritischer Mitmenschen ausgesetzt.

Deshalb ist es wichtig, den 
D i s k u r s  über Glaubensfragen und theologische Zusammenhänge in den Kirchen zu beleben und sich in weltanschauliche Diskussionen einzubringen. Zu diesem Zweck haben wir einen BLOG eingerichtet. (gr)

''Am Anfang war das Wort ''

Von der Bedeutung des Wortes Gottes und von unserer Verantwortung als Juden und Christen

Vortrag von Präses Dr. h. c. Nikolaus Schneider zur Eröffnung der ''Woche der Brüderlichkeit'' am 10. März 2012 in Leipzig

Präses Nikolaus Schneider ''Am Anfang war das Wort'' (2012).pdf

Gottes Schöpfung durch das Wort zielt auf Gerechtigkeit:
"'Wer dem Geringen Gewalt tut', heißt es im Buch der Sprüche, 'lästert dessen Schöpfer; aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.' (Spr 14,31) Die ausgedehnte Sozialgesetzgebung in der Hebräischen Bibel räumt daher den Armen Schutzbereiche und Lebensmöglichkeiten ein (...)
Von Beginn seiner Wirksamkeit an stellt sich Jesus Christus in diese Tradition: 'Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.' (Lukas 4, 18f). Und Jesus verpflichtet auch seine Nachfolger und Nachfolgerinnen zum Tun des Gerechten: 'Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. … Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.' (Matthäus 5, 6.10)
Kurz: In diesem verbindlichen Einsatz für Recht und Gerechtigkeit liegt die zentrale Verantwortung, die sich für uns als Christen und Christinnen sowie als Jüdinnen und Juden aus dem Wort Gottes ergibt."

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